Stellungnahme zum Krieg der USA gegen den Irak (II)
von Alfred Mechtersheimer, Sprecher der Deutschland-Bewegung
Gegen jedes Recht und jede Vernunft hat die US-Administration einen Krieg begonnen, den sie, wenn überhaupt, nur noch unter großen Opfern auf allen Seiten militärisch gewinnen kann, - politisch hat sie ihn schon jetzt verloren. Statt des angekündigten kurzen Präzisionskrieges gibt es eine lange blutige Schlacht. Nun bezahlen amerikanische und britische Soldaten die rassistische Arroganz ihrer Führer mit dem Leben. Die Iraker, die man befreien wollte, werden gemordet. Und die irakischen Soldaten kommen nicht mit weißen Fahnen den Invasionstruppen entgegen, sondern leisten erbitterten Widerstand. Der Krieg kann Jahre dauern, vor allem wenn die Guerillas im Rücken der Invasoren kämpfen.
Steigende Ölpreise und fallende Aktienkurse werden der ohnehin notleidenden Wirtschaft weltweit einen schweren Schlag versetzen. Auch in Deutschland wird die Zahl der Arbeitslosen steigen und der Niedergang verstärkt. Der kriegswütige US-Präsident ruiniert aber auch die Wirtschaft seines eigenen Landes.
Jetzt gilt es, der US-Regierung bei ihrem Versuch, die Erde "zum Ami" zu machen, in den Arm zu fallen. Weltweiter politischer Widerstand muß die Antwort sein auf Völkerrechtsbruch, Angriffskrieg und US-Globalisierung. Auch den "Hilfswilligen" in Deutschland muß die rote Karte gezeigt werden, insbesondere den Amerikanisten von CDU/CSU. Gerade in Deutschland erkennen jetzt viele die wahren Motive der US-Politik; nicht erst heute, sondern auch im vergangenen Jahrhundert und gerade auch in den beiden Weltkriegen.
Nach diesem Krieg sind in Deutschland Konsequenzen fällig. Solange sich auf deutschem Boden US-Stützpunkte befinden, unterstützt Berlin die gefährliche amerikanische Aggressionspolitik auch dann, wenn es sich davon distanziert. Deshalb hat die Deutschland-Bewegung gegen die fremden Truppen in Deutschland gekämpft und sie wird diesen politischen Kampf nach diesem ver-brecherischen Krieg verstärkt fortsetzen. Nur wenn alle US-Truppen Europa verlassen haben, kann es eine wirkliche europäische Friedenspolitik geben, die auf einer dauerhaften deutsch-französischen Kooperation und guten Beziehungen zu Rußland aufbaut, - mit dem Motor einer Friedensmacht Deutschland in der Mitte Europas.
aus Pressespiegel 6/7-2003 Starnberg, 25. März 2003