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Gegen Hemingway-Theater auf Rügen

Erich Lienhart
Sommerau 24
77815 Bühl Den 16.01.2010

Tourismusverband Rügen e.V.
Bahnhofstraße 15
18528 Bergen auf Rügen

Hemingway –Theater in Vitt

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Nachricht, daß der Kulturbetrieb der Insel Rügen durch den Regisseur Jens Hasselmann mit einem Hemingway- Stück „ Der alte Mann und das Meer“ in Vitt „bereichert“ werden soll, löste bei mir und meiner Familie blankes Entsetzen aus.
Wie Ihnen sicher bekannt, rühmt sich Hemingway in seinen Buchveröffentlichungen der Erschießung unbewaffneter, wehrloser Kriegsgefangener, nach Maßstäben international gültiger Konventionsbestimmungen ein verbrecherischer Akt.
Daß die beabsichtigte Profilierung mit dem Namen Hemingway gründlich schief gehen kann, dürfte Ihnen das Beispiel Triberg im Schwarzwald zeigen, ein Ort, mit dem ich verwandtschaftlich verwurzelt bin. So weile ich öfters mit der Familie in der Heimatstadt meiner Mutter und ich kann Ihnen davon berichten, daß der städtische Kulturbetrieb auch heute noch unter der Blamage der juristischen Niederlage und des unfreiwilligen Rückzugs der Offiziellen aus den „vielversprechenden“ Hemingway- Days leidet. Von daher wäre es sehr ratsam, sich nicht auf ein weiteres Hemingway – Abenteuer einzulassen. Können Sie sich vorstellen, daß eine erneute Kampagne gegen Hemingway, womöglich mit tatkräftiger Unterstützung gewisser, nicht zu unterschätzender Schwarzwälder Dickschädel aus Triberg und dem Oberprechtal, zu einem großen, unwiederbringlichen Ansehensverlust für den Rügen – Tourismus führt ?
Als langjähriger Rügentourist und mehrfacher Besucher der Störtebeker- Festspiele, der auch weiterhin mit der Familie ein unvergiftetes Kulturklima Ihrer Insel genießen möchte, appelliere ich eindringlich an Sie, Ihren sicher nicht unbedeutenden Einfluß gegen die Umwidmung der Inselkultur bei allen Verantwortlichen des Kulturbetriebs geltend zu machen.
In Erwartung einer Beantwortung meines Schreibens verbleibe ich.

Mit freundlichen Grüßen
Erich Lienhart

 

 

Sarrazin-Interview
VON DER HAUPTSTADT DER TRANSFERLEISTUNGEN ZUR METROPOLE DER ELITEN
Hier als PDF, oder auch als Kopie mit zusätzlichen Berichten und Kommentaren zum „Fall Sarrazin“ beim Friedenskomitee gegen eine freiwillige Beteiligung an den Kopier- und Versandkosten.



Marcel Reich-Ranicki
eine Biographie mit schwarzen Löchern
Materialien zu einem unterdrückten Skandal

Wie weit die politische Kultur in diesem Land verfallen ist, wird besonders deutlich am Umgang der Medien mit der Verfilmung von Reich-Ranickis Autobiographie. Selbst der Feuilleton-Chef des FOCUS Stephan Sattler ist von der WDR-Produktion des israelischen Regisseurs Dror Zahavi begeistert (FOCUS 16/2009, Seite 62). Daß die "eindrucksvolle Verfilmung" Reich-Ranicki nur als Opfer, nicht aber auch als Täter zeigt, stört die Zeitgeist-Journalisten wenig oder gar nicht. Es ist ohnehin absurd und peinlich, daß das Fernsehen nicht das Leben dieses wichtigen Literaturkritikers verfilmt, sondern mit sympathischen Darstellern dessen umstrittene Memoiren.

Unser Dossier soll eine erneute Diskussion über diesen unterdrückten Skandal anregen. Wir wollen und können das beharrliche Schweigen von Reich-Ranicki nicht durch Mutmaßungen über seine Arbeit für die polnische Staatssicherheit, insbesondere in London und Berlin, oder über seine Rolle als "Operationsgruppenleiter" bei den "Säuberungen" am Kriegsende in Oberschlesien, ersetzen. Aber er sollte sein phänomenales Gedächtnis bemühen und Klarheit dort schaffen, wo er sich angeblich nicht mehr erinnern kann.

Die in dem hier erhältlichen Dossier enthaltenen Dokumente geben auf diese Fragen keine endgültige Antwort, aber sie zeigen, daß die Diskussion über Reich-Ranicki zu einer Farce wird, wenn sie auf dem heutigen Stand beendet werden würde.

Wir möchten Sie bitten, uns bei der Verbreitung dieses Papiers zu unterstützen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Unsere Kritik zielt übrigens mehr auf die öffentliche Diskussion und ihre Meinungsführer als auf Reich-Ranicki selbst, der sich trotz seiner Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus nach seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik nicht an der pauschalen Kritik an den Deutschen beteiligt hat und sich um die deutsche Literatur verdient gemacht hat.

Vorbemerkung zum Dossier 1/2009 des Friedenskomitees:
Marcel Reich-Ranicki - eine Biographie mit schwarzen Löchern
Materialien zu einem unterdrückten Skandal

1. Seit langem gibt es schwere Anschuldigungen gegen den bekannten Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Er soll unter anderem als Offizier des polnischen Geheimdienstes, insbesondere im Februar und März 1945 im oberschlesischen Kattowitz, für Kriegsverbrechen an Deutschen verantwortlich sein. Auch soll er als polnischer "Konsul" in London exilierte Landsleute nach Polen zurückgelockt haben, wo sie von sowjetischen Behörden verfolgt und angeblich ermordet wurden.

2. Einer breiten Öffentlichkeit wurden die dunklen Seiten im Leben des "Literaturpapstes" und Medienstars durch einen Beitrag im "Kulturweltspiegel" des WDR-Fernsehens 1994 bekannt. Es begann eine heftige Diskussion, an deren Ende der Autor des Fernsehbeitrags Tilmann Jens schlechter dastand als der kritisierte Geheimdienstoffizier. Wolf Biermann nannte den "Rufmörder" im SPIEGEL einen "schwer mißglückten Sohn" (des Literaturprofessors Walter Jens). 1998 veröffentlichte der 2007 verstorbene Ritterkreuzträger Hennecke Kardel eine mittlerweile vergriffene Streitschrift zum Thema, die wir ungeachtet einiger problematischer Teile hier auszugsweise abdrucken. Kardel stützt sich dabei hauptsächlich auf die wohl wichtigste Veröffentlichung, die der jüdische Autor John Sack nach jahrelangen Recherchen 1995 unter dem Titel "Auge um Auge" im Hamburger Kabel-Verlag herausbrachte. Das in den USA erfolgreiche Werk sollte ursprünglich beim Münchner Piper-Verlag erscheinen, wurde aber nicht ausgeliefert.

3. Die Reaktionen von Marcel Reich-Ranicki (zu Beginn seiner Geheimdienst-Tätigkeit noch "Marceli Reich") auf die massiven Vorwürfe wirken wie eine indirekte Bestätigung, wenn er sagt "Man kann nicht erwarten, daß ich in der Autobiographie die volle Wahrheit preisgebe. Lessing sagt, die Wahrheit liege in Gottes Hand." ("Lessing" war übrigens einer seiner Decknamen als Geheimdienstoffizier.) In einem Spiegel-Interview empörte er sich: "Was geht es denn die Deutschen an, was ich in polnischen Diensten getan habe?" Und wie andere Schreibtischtäter flüchtet er sich in die Formel: "Ich habe niemandem geschadet." Mehrfach mußte er, wie bei seiner KP-Zugehörigkeit, einräumen, daß er die Unwahrheit gesagt hat. Ansonsten gibt er nur zu, was ihm nachgewiesen werden kann.

4. Die im Laufe der Jahre immer deutlicher erkennbaren Taten des Literaturpapstes haben seiner Popularität bisher nicht geschadet. Seine jetzt vom WDR (und arte) verfilmten Memoiren "Mein Leben" waren ein Bestseller. Es ist keine Auszeichnung für die politische Kultur Deutschlands, daß kaum jemand wahrhaben will, daß der berühmte Kulturkritiker die wichtigsten Jahre seines Lebens totschweigt oder vernebelt. Er, der so oft über andere erbarmungslos den Daumen gesenkt hat, baut wohl darauf, daß eindeutige Belege für seine persönlichen Verstrickungen in den Völkermord an Deutschen sobald nicht gefunden werden und jeder weitere Verdacht mit neuen Anerkennungen und Preisen zugeschüttet wird.

5. Der Fall Reich-Ranicki ist kennzeichnend für die gnadenlose Subjektivität mit der in Deutschland mit Menschen umgegangen wird. Der Fernseh-Moderator Michel Friedman schien nach seiner Verurteilung wegen des Besitzes von Kokain und des nicht geahndeten ausbeuterischen Umgangs mit osteuropäischen Prostituierten 2003 am Ende seiner Karriere. Heute ist er längst wieder Dauergast auf dem Bildschirm. Der Ex-Juso-Vorsitzende Johano Strasser stand jahrelang dem deutschen PEN vor, obwohl er wegen eines mehrfachen Sittlichkeitsdelikts gegenüber jungen Frauen und Mädchen rechtskräftig verurteilt ist. Die Rauschgift-Delikte eines Konstantin Wecker sind längst vergessen. Wer sich "politisch korrekt" gibt, hat einen Freibrief. Ihm wird alles verziehen, - wenn über seine Verfehlungen überhaupt berichtet wird. Im Gegensatz dazu wird bereits eine mißinterpretierbare Rede des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann oder des Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger mit dem politischen Todesurteil geahndet.

6. Vor dem Völkerrecht sind keineswegs alle gleich. Die Verbrechen der Sieger sind von anderer Qualität, weil der Sieg wie eine Amnestie wirkt. Wer den Krieg verliert, erleidet nicht nur die militärische, sondern zusätzlich eine rechtliche und moralische Niederlage und wird für Verbrechen zur Verantwortung gezogen, die auf der Seite des Siegers ignoriert werden. Nach wie vor ist das Recht ein Büttel der Kriegsergebnisse und damit kein Recht, sondern Resultat der jeweiligen Machtverhältnisse. Das ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.

7. Seit 1945 sind zweierlei Verbrechen zu unterscheiden: die von Deutschen und die an Deutschen. Viele Deutsche haben diese politische Schizophrenie der Sieger so sehr verinnerlicht, daß ihnen ethische Maßstäbe fehlen. Sie erkennen nicht, daß Opfer von Verfolgung keine Amnestie beanspruchen dürfen für eigene Verbrechen. Reich-Ranicki profitiert von jener politischen Anomalie, die es in solcher Intensität wohl nur in Deutschland gibt.
Dr. Alfred Mechtersheimer


Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek: "Deutsche sind im Zweifel eher bereit, ihre Verfassung zu ignorieren, als sich Ausländerfeindlichkeit vorwerfen zu lassen. Manche propagieren ein Toleranzverständnis, das einer Selbstaufgabe gleich kommt."
Quelle: Stern Nr. 14 vom 26.03.09, Artikel: "Lange hier und doch nicht da", von Franziska Reich und Özlem Gezer


Aktionsbeispiele aus der Deutschland-Bewegung

Ein Mitstreiter aus Kiel hat bei Kai Diekmann, Chef der BILD-Gruppe, kritisiert, daß immer wieder Offiziere des Heeres der Wehrmacht als "Nazi-Offiziere" bezeichnet werden: "die Masse der Soldaten der Wehrmacht - zu denen ich mich auch zähle - hat für Deutschland und nicht für die Nazis gekämpft."

Mehrer Freunde aus der ganzen Republik, darunter auch CDU-Mitglieder, haben dem Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma ihre Enttäuschung mitgeteilt, daß er sich gegenüber der Bürgerinitiative "Pro Köln" wie ein extremistischer Linker von der Antifa verhalte.

Eine Lehrerin aus der Pfalz hat 50 Exemplare unserer Studie "Koran als Waffe?" bestellt, um sie bei einer Tagung zu verteilen. - Ein Freund aus dem Rheinland fordert regelmäßig 20 Exemplare des Pressespiegels an, die er in seinem Umfeld bei wachsender Zustimmung verteilt.

Mehrere fachkundige Freunde haben bei Rundfunkanstalten interveniert, weil dort behauptet wurde, die Deutschland-Bewegung und ihr Sprecher würden in Verfassungsschutzberichten aufgeführt. Es wurde betont, daß dies seit mehreren Jahren nicht mehr der Fall ist und überhaupt nur deshalb geschehen war, weil wir uns an Bemühungen für eine neue Partei beteiligt hatten. Echte Zweifel an der Verfassungstreue hat keiner der Berichte je geäußert.

In dem Konflikt um die Vertragsverlängerung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender haben Mitstreiter der Deutschland-Bewegung Vorgänge vorgelegt, die belegen, daß Brender die Zuarbeit von Antifa-Schreibern beim Sender gebilligt und gedeckt hat, so zum Beispiel in der Redaktion der Sendung Frontal 21. - Es wird angeregt, Vorgänge dieser Art an Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrats (Mitglieder siehe unter www.unternehmen.zdf.de) zu senden.

Der Versuch von bekannter Seite, die Inschrift des Kriegerdenkmals in der oberbayerischen Gemeinde Hechendorf "Ihren gefallenen Helden" - die dankbare Gemeinde" zu löschen, ist im Gemeinderat gescheitert. An der heftigen Diskussion im Vorfeld haben sich Freunde der Deutschland-Bewegung intensiv beteiligt.

Die Meldung im Pressespiegel 3/4-2009, Seite 3, über den Zwischenhändler Sunimex Handels GmbH, Hamburg, für die gewaltigen russischen Öllieferungen nach Deutschland ist bei aufmerksamen Lesern auf Empörung gestoßen. Der Geschäftsführer Sergei Kischilov besitzt neben seinem russischen Pass auch einen israelischen. Obwohl von russischer Seite immer wieder der Zwischenhändler kritisiert wurde, behaart Frau Merkel darauf, den Ölimport über Kischilov abzurechnen, weil dies schließlich einer "guten Sache" diene. Deutschland ist eben doch eine Bananenrepublik, sagen unsere Freunde. Dies nicht nur, weil Frau Merkel ausländische Interessen über die deutschen stellt, sondern vor allem, weil Öffentlichkeit und Medien keinen Sinn für wirkliche Skandale haben. Höchste Zeit aktiv zu werden! (Mehr zu dem verschwiegenen Skandal im Fax-Abruf der Deutschland-Bewegung 08151/78212)

Zur Konferenz der 26 Nato-Staats- und Regierungschefs Anfang April in Baden-Baden, Kehl und Straßburg haben Freunde von der Freien Bürgerstimme Baden ein Flugblatt Nein zur NATO verfaßt, das aus diesem Anlaß und wegen der neuen NATO-Diskussion unters Volk gebracht wird. (siehe Flugblätter). Bei dem Treffen wird auch die Rückkehr Frankreichs in die Kommandostruktur der NATO vollzogen. Aus Anlaß der NATO-Tagung zum 60. Jahrestag der Gründung des Militärbündnisses finden zahlreiche Proteste vom 1. bis 5. April statt. Siehe www.kein-frieden-mit-der-nato.de

Weil bei der Berichterstattung von "B 5 aktuell" immer wieder vom Weltcup-Biathlon im "italienischen" Antholz die Rede war, hat ein Hörer beim Bayerischen Rundfunk mit dem Hinweis protestiert, daß Antholz im teilautonomen Südtirol liegt und nicht irgendwo in Italien.

Gegen die diffamierende Berichterstattung zur "rechten Gewalt" kann man sich wehren. Das zeigt ein Frend aus Baden-Württemberg, der sich bem Deutschen Presserat über die Frankfurter Rundschau - Online beschwert hat, die am 15. Februar 2009 ein Foto mit einem umgestürzten Polizeibus mit folgendem Text veröffentlichte: "Rechtsextreme greifen Bus in Hessen an". Unser Beschwerdeführer hatte jedoch in den Fernsehnachrichten gesehen, daß diese Straftat linksextremen Autonomen zugeschrieben wurde. Nachdem die Redaktion der Frankfurter Rundschau auf den Protest gegen diese falsche Berichterstattung nur mit Ausflüchten reagierte, hat er sich an den Presserat gewandt. Die Anschrift: Deutscher Presserat, Gerhard-von-Are-Str. 8, 53111 Bonn, Tel. 0228/98572-0. Zu den Aufgaben des Presserats, der übrigens nicht für das Fernsehen zuständig ist: www.presserat.de.


Presseerklärung vom 2.09.2008

Mechtersheimer: Wir brauchen eine neue Friedensbewegung

Die Kriegsfraktion in Washington will einfach nicht wahrhaben, daß dem Kalten Krieg nicht die erhoffte Alleinherrschaft der USA folgt. Jetzt setzt sie auf den Vietnam-Kriegs-Veteran John McCain und unternimmt alles, um seinem Rivalen Barack Obama den Weg ins Weiße Haus zu verbauen. Dieser könnte tatsächlich die Rüstungsausgaben senken und weniger kriegerisch in einer multipolaren verstandenen Welt agieren. Deshalb brauchen sie für ihren Präsidenten und ihre Politik möglichst viel Konfrontation.

Der zusammen mit Israel lange vorbereitete Krieg gegen den Iran wäre zu riskant und könnte die Sehn-sucht nach Frieden beim amerikanischen Wähler verstärken. Deswegen überließ man Georgien, wo ein US-Vasallenregime installiert und aufgerüstet wurde, die Rolle des Provokateurs. Rußland mußte auf den georgischen Überfall auf das südossetische Zchinwali vom 7. auf den 8. August reagieren. Hat Moskau überreagiert?

Diese Frage ist nur mit Blick auf die Entwicklung der russisch-amerikanischen Beziehungen in den letzten 20 Jahren zu beantworten. Die USA waren zwar die Sieger des Kalten Krieges, verlieren aber seitdem immer mehr an politischer und wirtschaftlicher Macht, während Rußland dank seiner Boden-schätze einen einmaligen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Anstelle der früheren Bipolarität ist eine multipolare Welt mit neuen ökonomischen und politischen Zentren und mit dem Islamismus eine neue globale Kraft entstanden, die Amerikas Position weiter schwächen. Weltweit verschieben sich die politisch-ökonomischen Gewichte überwiegend zulasten der USA, so in Lateinamerika, in der moslemisch-arabischen Welt, im Irak, zuletzt in Pakistan und nun im Kaukasus.

Washington kann sich nur dort behaupten, wo es gelingt, die ethnischen und sonstigen Konflikte Mos-kaus mit Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu verschärfen und für sich zu nutzen. Wenn es gelingt, Moskau als aggressive Macht darzustellen, hilft dies an allen Fronten, so in Osteuropa, wo kurz nach dem Sechs-Tage-Krieg in Georgien die Regierung in Warschau die Vorbehalte gegen die Stationierung von US-Raketen in Nordpolen fallen ließ.

In dieser Interessenlage braucht Washington Konflikte, um sich gegen die aufstrebende neue Großmacht Rußland behaupten zu können. Deshalb ist ein neuer Kalter Krieg wahrscheinlich, zumal der erste Kalte Krieg ein gewaltiges Konfliktpotential hinterlassen hat. Statt ein gesamteuropäischen Sicherheitssystems zu installieren rückt die NATO immer näher an die russische Grenze heran. Während sich die russischen Truppen aus der DDR zurückzogen, wurde das deutsche Territorium immer weiter zum US-Stützpunkt ausgebaut und beherbergt nun auch noch das US-Kommando für Afrika.

Das US-hörige Moskau unter Jelzin hat eine Demütigung nach der anderen hingenommen. Der Dieb-stahl der Bodenschätze wurde durch Putin weitgehend rückgängig gemacht, und nun scheint es, als sei die Führung des mit gewaltigen Rohstoffvorkommen gesegnete und politisch und militärisch er-starkten Rußlands bei einhelliger Zustimmung des russischen Volkes nicht mehr länger gewillt, sich weiterhin wie der Verlierer des Kalten Krieges behandeln zu lassen.

Die Gefahr eines neuen Kalten Krieges ist groß, weil keine Seite aus dem ersten Kalten Krieg gelernt hat. Krisen werden nicht rechtzeitig erkannt, die gegenseitigen wirtschaftlichen Interessen werden nicht gesehen, und das Gefährlichste: In der Krise wird nicht beruhigend, sondern verschärfend reagiert: Frankreich und Großbritannien wollen Sanktionen, Frau Merkel spricht von der NATO-Mitgliedschaft Georgiens, die sie bisher verhindert hat. Ein außenpolitisches Konzept hat Berlin nicht und erst recht nicht die EU. Außenpolitik ist auf die Frage reduziert, ob man den US-amerikanischen Vorgaben folgt oder nicht.

Beängstigend ist die Reaktion eines Großteils der Medien. Die deutsche Presse zeigt längst erledigt geglaubte antirussische Reflexe. Die ZEIT sieht wieder die "russische Gefahr" und Kalte Krieger wie der Amerikanist Josef Joffe tauchen wieder im Fernsehen auf. Selbst der SPIEGEL titelt "Der gefährliche Nachbar". Ganz anders als die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung haben viele Politiker und Journalisten, so scheint es, geradezu darauf gewartet, die alten Freund-Feind-Muster aufleben zu lassen. Die Überreaktion des Kremls ist ein historisch erklärbares Fehlverhalten, aber kein Beleg für eine neue aggressive Außenpolitik.

Es ist eine neue Friedensbewegung in Deutschland und ganz Europa nötig. Denn ohne den manifestierten Friedenswillen wird die EU der US-amerikanischen Kriegsfraktion bis hin zum Krieg folgen. 25 Jahre nach der Blockade des US-Stützpunktes Mutlangen muß das Volk für ein friedliches Europa unter Einschluß von Rußland aufstehen und Krieg und Frieden wieder zu einer wahlentscheidenden Frage machen.

Alfred Mechtersheimer




Rundfax für die Deutschland-Bewegung Juni 2008

Eine Niederlage für das Brüssel-Europa
Ein großer Tag für das Europa der Völker

Das Brüssel-Europa ist in Irland an seinem Demokratiedefizit gescheitert. Jetzt bemühen sich die Regierungen, die einzige Volksabstimmung über den Vertrag von Lissabon zu ignorieren oder zu umgehen. Dabei wissen sie, daß die 53,4 Prozent Nein-Stimmen in Irland für Millionen Europäer in den anderen 26 EU-Staaten stehen, denen es verwehrt ist, ihre Meinung zu sagen. Auch große Teile der Medien tun so, als seien diejenigen, die nicht abstimmen durften, Befürworter des Vertragsmonstrums, wenn sie schreiben: 860 000 Neinsager auf der kleinen Insel "haben einer halben Milliarde Europäer den Weg versperrt." (Der Spiegel 25/2008, S. 116)

Am 12. Juni 2008 ist nicht Europa gescheitert, sondern ein undemokratisches Monstrum, das alle negativen Folgen der Globalisierung verschärft und nichts zur Bewältigung der akuten Probleme wie Finanzkrise, Hungerkatastrophe oder Spaltung der Gesellschaften beigetragen hat. Bei den Spekulationsfolgen von Erdöl und anderen Gütern haben die nationalen Regierungen nichts getan, weil sie sich mit Brüssel herausreden konnten. Das heißt aber, der bereits jetzt große Souveränitätsverlust der Nationalstaaten hat für die Menschen keinen Nutzen gebracht.

Die Reaktionen auf das irische Plebiszit belegen erneut die Mißachtung des Volkswillens, - wenn er anders ausfällt, als es die Herrschenden wünschen. Die Nein-Wähler sind angeblich Opfer von Ängsten und nicht informiert. Tatsächlich aber gab es in Irland eine intensive Diskussion, die von EU-Organisationen massiv beeinflußt wurde. Doch das traditionelle Streben nach Unabhängigkeit hat viele Iren gegenüber der Brüsseler Diktatur und dem Souveränitätsverlust sensibel gemacht, auch wenn alle Parteien und große Organisationen für ein Ja plädierten. Es spricht für die Souveränität des Inselvolks, daß es sich durch die Milliarden an Subventionen nicht hat bestechen lassen.

Das Ergebnis kam nur zustande, gerade weil in Irland eine intensive Diskussion über die Verträge stattgefunden hat und obwohl alle großen Parteien und Organisationen für ein Ja warben. Hätte das Volk noch mehr gewußt, wäre die Ablehnung womöglich noch größer gewesen.

Europa ist stärker und wird die antidemokratischen Versuche überleben, daraus einen teileuropäischen Superstaat zu machen. Ein "Europa der 27 Geschwindigkeiten" entspricht der europäischen Vielfalt und Geschichte besser als jede Form des Zentralismus. Das politische, wirtschaftliche und technologische Gewicht Europas läßt sich durch jeweils kooperierende Nationalstaaten zur Geltung bringen, wie die Beispiele Airbus oder ESA zeigen, wozu auch eine deutsch-französisch-russische politische Kooperation gehört.

In jedem Fall müssen wir unsere Aufklärungsarbeit fortsetzen, weil auch der immer noch gültige Vertrag von Nizza, wie zuvor auch der Vertrag von Maastricht auf dem Holzweg zu einem Europa ohne Völker liegt. Und weil sich in der EU fast alle Defizite manifestieren, die auch in der Innenpolitik allgemein zur Kritik herausfordern, wie die Versklavung der Bürger durch den US-amerikanischen Finanzkapitalismus.

Alfred Mechtersheimer


Offener Brief in der FAZ vom 22.04.2008
von Dr. Meir Margalit, israelischer Historiker, an Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich ihrer Reden und ihres (Nichts-)Tuns auf der Israel-Reise.

Die Rede der Bundeskanzlerin können Sie im Dokumentenservice anfordern.


Dokumentenservice

Gegen einen Beitrag zu den Kopier- und Versandkosten sind erhältlich:

  • Kölner Erdogan-Rede vom 13.2.2008 im Wortlaut, 12 Seiten.

  • Die Verträge der EU in der Fassung des Vertrages von Lissabon, Kopie 109 (!) Seiten.

  • Synopse vom bestehenden EU-Vertrag von Nizza und dem zukünftigen EU-Vertrag von Lissabon, 6 Seiten.

  • Knesset-Rede von Bundeskanzlerin Merkel am 18.03.2008 mit vier kritischen Stellungnahmen

  • Die Diskussion über das Buch von Ilan Pappe "Die ethnische Säuberung Palästinas", 8 Seiten

  • Alfred de Zayas, 50 Thesen zur Vertreibung, mit mehreren Materialien, 25 Seiten

  • Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungsbeschwerde
       des Liedermachers Frank Rennicke, 8 Seiten


  • Bestellungen unter: Tel.: 0 81 51 41 15, Fax: 0 81 51 / 7 82 12 oder info@deutschland-bewegung.de


    Beteiligen Sie sich an Diskussionen und Protesten

    Bei den nachfolgenden Adressen kann jeder mit machen. Viele verschiedene Themen werden hier angeboten.

  • Mehr Demokratie e.V.
  • Deine Bahn
  • Campact e.V.
  • Rettet den Regenwald e.V.
  • Parlamentwatch e.V.
  • Stoppt die Vorratsdatenspeicherung

  • In Schruns in Voralberg/Österreich wurde der Kriegsverbrecher Ernest Hemingway geehrt

    In der Montafoner Gemeinde Schruns wurde am Samstag (29.03.08) nach langwierigen Diskussionen ein Ernest-Hemingway-Denkmal enthüllt. Der weltberühmte Schriftsteller hatte Mitte der 1920er-Jahre im Montafon zwei Winter verbracht und dort einige seiner wichtigsten literarischen Arbeiten verfasst.
    Lesen Sie den Artikel selbst.

    Die Gemeinde Schruns rechtfertigt die Ehrung mit dem zweifelhaften Gutachten von Prof. Dr. Hans-Peter Rodenberg, Hamburg

    Lesen Sie folgendes Material zum Thema Hemingway

    Briefe des Nobelpreisträgers enthüllen
    Ernest Hemingway erschoss 122 deutsche Kriegsgefangene
    Von PAUL C. MARTIN
    US-Nobelpreisträger Ernest Hemingway (1899–1961) auf Großwildjagd. In seinem Bestseller „Die grünen Hügel Afrikas“ (1935) bekennt er sich zur Lust, die er beim Töten empfindet.
    Ernest Hemingway, 1954 Nobelpreisträger für Literatur („Der alte Mann und das Meer“). Er liebte den Kitzel der Gefahr und den süßlichen Geruch des Blutes.

    Quelle: Bild.de vom 25.09.2006

    "Ich töte gern"...; Quelle: Focus 39/2006, Seite 74

    Nach Hemingway benannte Restaurants, Cafés, Bars und Schulen

    Wir berichteten über Ernest Hemingway schon 2002, mehr dazu in unserem Archiv


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